Moringa ist ein schnell wachsender Baum mit gefiederten Blättern, hellen Blüten und langen, herabhängenden Schoten. Seine Blätter werden seit Jahrtausenden gegessen. Fein vermahlen ergeben sie ein grünes Pulver mit mildem, leicht herzhaftem Geschmack, der an gegartes Blattgemüse erinnert.
Südasien (Nordindien); in den gesamten Tropen kultiviert
Geschmack und Aroma
Grünes Blattgemüse · leicht erdig · pflanzlich
Verwendeter Pflanzenteil / Form
Blätter, junge Schoten, Blüten, Samen
Die Pflanze kennenlernen
Was ist Moringa?
Moringa ist auch als „Trommelstockbaum“ bekannt: Seine langen, schlanken Schoten erinnern an Trommelstöcke. Den Namen „Meerrettichbaum“ verdankt er seinen Wurzeln, die scharf und meerrettichartig riechen.
In den Medien wird er oft „Wunderbaum“ oder „Baum des Lebens“ genannt, weil sich fast jeder Pflanzenteil nutzen lässt. Seine lange Geschichte als Lebensmittel sagt jedoch mehr über Moringa aus als die häufig übertriebenen Beschreibungen.
In der Alltagsküche werden vor allem die kleinen grünen Fiederblättchen verwendet. Sie schmecken nach Blattgemüse, leicht erdig und etwas herzhaft.
Die Frucht ist eine dreiklappige Kapsel von 10–60 cm Länge. Jung ist sie grün und zart, mit der Reife wird sie braun. Die reife Schote öffnet sich an ihren drei Kanten und legt 15–20 rundliche, ölhaltige Samen frei.
Frische Blätter
Wie anderes Blattgemüse gegart — in Suppen, Currys und Eintöpfen.
Getrocknete Blätter
Schonend getrocknete Blätter werden für Aufgüsse verwendet.
Blattpulver
Enthält das gesamte vermahlene Blatt. Grüne Farbe und pflanzlicher Geschmack bleiben daher deutlich wahrnehmbar. Es lässt sich leicht in Speisen einrühren.
Junge Schoten
In Indien und Thailand werden die jungen Schoten als Gemüse in Currys und Suppen gegart.
Blüten
Die hellen, duftenden Blüten kommen in manchen Regionen in Suppen und Eintöpfe.
Samen
Sie werden zu Öl gepresst, das historisch als Behenöl bekannt ist.
Geschichte
Eine kurze Geschichte der Moringa
Der Weg der Moringa vom Fuß des Himalaya in Küchen rund um die Welt ist von Traditionen und Legenden begleitet.
Um 2000 v. Chr.
Nordindien
Vermutlich war Moringa zu dieser Zeit am Fuß des Himalaya bereits bekannt und wurde genutzt. Traditionelle indische Heilkundige schätzten sie früh, und sie wurde Teil der ayurvedischen Tradition. Einer Legende zufolge gab man sie Soldaten, damit sie auf dem Schlachtfeld Kraft und Ausdauer hätten.
Altes Ägypten
Ein geschätztes Samenöl
Das aus Moringasamen gepresste Öl war bei den alten Ägyptern hoch geschätzt. Sie verwendeten es zur Hautpflege und zum Schutz vor der Sonne.
Antikes Griechenland und Rom
Der Weg nach Europa
Die alten Griechen lernten Moringa kennen; anschließend verbreitete sich das Wissen darüber im Römischen Reich.
Afrika
„Die, die niemals stirbt“
In einigen afrikanischen Sprachen heißt Moringa nebedaye. Das wird meist als „die, die niemals stirbt“ erklärt — ein Hinweis auf die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit des Baumes.
1990er-Jahre
Wiederentdeckt
Das Interesse an Moringa wuchs rasch. In Teilen Asiens und Afrikas wurde sie zu einer wirtschaftlich wichtigen Kulturpflanze.
Moringa stammt aus Südasien und wird heute in den gesamten Tropen kultiviert. Von Indien bis Afrika und Südostasien gehört sie in Suppen, Currys, Saucen und die traditionelle Hausküche.
Frische Blätter werden wie anderes Blattgemüse gegart — Moringa ist weit mehr als eine moderne Pulverzutat.
Von der Pflanze in die Küche
Moringa in der Küche
Moringa schmeckt nach Blattgemüse, leicht erdig und etwas herzhaft.
Grünes Blattgemüse
Grüne Smoothies
Leicht erdig
Suppen und Saucen
Pflanzlich
Mischungen für die Alltagsküche
Getrocknete Moringablätter, fein zu Pulver aus dem ganzen Blatt vermahlen.
Verwendungsmöglichkeiten
Grüne Smoothies und Joghurt
Suppen, Currys und Saucen
Pesto und grüne Saucen
Brot-, Pfannkuchen- und Nudelteige
Gewürzmischungen und Mischungen für die Alltagsküche
Moringablattpulver ist ein konzentriertes Lebensmittel. Beim Trocknen verlieren die Blätter Wasser; 100 g Pulver enthalten deshalb erheblich mehr Nährstoffe als 100 g frische Blätter. Im Alltag wird das Pulver teelöffelweise verwendet. Die Tabelle zeigt daher Mengen sowohl pro 100 g als auch pro 3-g-Portion.
Portionsgröße: 3 g. Die NRV-Spalte bezieht sich auf diese Portion, nicht auf 100 g.
Ungefähre Nährstoffmengen — 3 g
Nährstoff
Pro 100 g Pulver
Pro 3 g
% NRV pro Portion
EiweißMakronährstoffe
~24 g
0,7 g
1 %
BallaststoffeMakronährstoffe
21–29 g
0,6–0,9 g
—
FettMakronährstoffe
~6 g
0,2 g
—
Vitamin A (aus Beta-Carotin)Vitamine
~3 600 µg
~110 µg
14 %
Vitamin EVitamine
56–113 mg
1,7–3,4 mg
14–28 %
Vitamin CVitamine
~170 mg
~5 mg
6 %
CalciumMineralstoffe
~1 900 mg
~57 mg
7 %
EisenMineralstoffe
~33 mg
~1,0 mg
7 %
MagnesiumMineralstoffe
~470 mg
~14 mg
4 %
KaliumMineralstoffe
~1 470 mg
~44 mg
2 %
NRV — EU-Nährstoffbezugswerte für Erwachsene (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011).
Die Werte pro 100 g sind Mittelwerte aus veröffentlichten Analysen von Moringablattpulver (ECHO-Zusammenfassung). Die Portionsspalte ist für 3 g berechnet.
Pflanzliches Eisen wird weniger gut aufgenommen als Eisen aus Fleisch. Die Gerbstoffe und Phytate in Moringa können die Aufnahme zusätzlich verringern. Die Kombination mit Vitamin-C-Quellen wie Zitrusfrüchten oder Paprika hilft. Vitamin C wird beim Trocknen und Lagern teilweise abgebaut; die verbreiteten Vergleiche mit Orangen halten deshalb nicht stand.
Was die Zahlen bedeuten
Die Portionsspalte zeigt, wie sich ein Teelöffel zur viel größeren Menge von 100 g verhält. Moringapulver kann eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen, ersetzt aber keine ausgewogene Ernährung.
Pflanzliche Inhaltsstoffe
Wertvolle Inhaltsstoffe der Moringablätter
Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthalten Moringablätter verschiedene pflanzliche Verbindungen, die Farbe, Geschmack und Duft mitprägen. Einige davon werden weiterhin intensiv untersucht.
Flavonoide
Vor allem Quercetin- und Kaempferolglykoside — Pflanzenfarbstoffe, die auch in Zwiebeln, Äpfeln und Tee vorkommen.
Phenolsäuren
Chlorogensäure, Gallussäure und Kaffeesäure — Verbindungen, die auch in Kaffee, Beeren und Obst vorkommen.
Glucosinolate
Charakteristisch für Moringa ist Glucomoringin. Beim Zerkleinern der Blätter entstehen daraus Isothiocyanate — dieselbe Stoffgruppe, die Meerrettich und Senf ihre Schärfe verleiht.
Carotinoide
Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandelt, und Lutein — gelbe Pflanzenfarbstoffe, die auch in Spinat und Grünkohl vorkommen.
Tocopherole
Formen von Vitamin E, die natürlicherweise in grünen Blättern, Samen und Pflanzenölen vorkommen.
Chlorophyll
Der grüne Pflanzenfarbstoff hinter der kräftigen Farbe des Moringapulvers.
Was Moringa auszeichnet
Warum Moringa den Speiseplan ergänzen kann
In den Tropen werden Moringablätter häufig gegessen, ähnlich wie anderes Blattgemüse. Sie sind vielseitig und lassen sich leicht in alltägliche Mahlzeiten einbeziehen.
Das Pulver besteht aus ganzen vermahlenen Blättern, nicht aus einem konzentrierten Extrakt.
Moringa verleiht Smoothies, Saucen und Teigen eine kräftige grüne Farbe, ohne zugesetzte Farbstoffe.
Ein koffeinfreies pflanzliches Lebensmittel für jede Tageszeit.
Das Pulver lässt sich leicht in süße und herzhafte Gerichte einarbeiten — vom Frühstückssmoothie bis zum Curry.
Moringa wird seit Jahrhunderten im indischen Ayurveda und in der Alltagsküche Asiens und Afrikas verwendet.
In mehreren afrikanischen und asiatischen Ländern werden Moringablätter als lokal verfügbares Lebensmittel in Ernährungsprogrammen eingesetzt.
Eine Metaanalyse von neun Studien mit 649 Erwachsenen fand keine konsistente Wirkung auf Gewicht, Cholesterin, Blutzucker oder Blutdruck. Die Evidenzsicherheit war sehr niedrig.
Eine kleine dreimonatige Studie in Kenia mit 50 stillenden Müttern berichtete unter Moringa über mehr abgepumpte Milch und etwas höhere Hämoglobinwerte bei den Kindern, aber nicht über Unterschiede beim kindlichen Wachstum oder der Milchzusammensetzung. Größere Studien sind nötig.