In Sri Lanka und Südostasien werden Gotu-Kola-Blätter als alltägliches Blattgemüse gegessen — in Salaten, Sambols und frischen grünen Getränken. Getrocknet und fein vermahlen ergeben sie ein weiches grünes Pulver mit deutlich bitterem Geschmack.
Tropisches und subtropisches Afrika und Asien, ostwärts bis Australien und zum westlichen Pazifik
Geschmack und Aroma
Grasig · grün · deutlich bitter
Verwendeter Pflanzenteil / Form
Blätter mit ihren Stielen — frisch, entsaftet oder getrocknet
Die Pflanze kennenlernen
Was ist Gotu Kola?
Gotu Kola ist eine niedrige, kriechende Staude aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie breitet sich durch Ausläufer aus und bildet an feuchten, schattigen Orten weiche grüne Teppiche. In Asien wächst sie wild als häufiges Beikraut und wird auch als Gemüse angebaut.
Ihr bekanntester englischer Name stammt aus dem Singhalesischen, der Sprache Sri Lankas, in der kola „Blatt“ bedeutet. Trotz des Namens hat sie nichts mit der Kolanuss zu tun, die in Colagetränken verwendet wird. Sie heißt auch Asiatischer oder Indischer Wassernabel.
Die Blätter sind rund bis nierenförmig, meist 2–5 cm breit, mit weich gekerbtem Rand. Sie sitzen an langen, dünnen Stielen. Winzige weißliche oder rötliche Blüten erscheinen bodennah, einzeln oder in kleinen Gruppen. Linnaeus benannte die Pflanze 1753 zunächst Hydrocotyle asiatica und ordnete sie den eigentlichen Wassernabeln zu. Heute gehört sie zur eigenen Gattung Centella.
Frische Blätter
Roh als Salatblatt gegessen, etwa in Malaysia und Indonesien, oder wie anderes Blattgemüse kurz gegart.
Sambol und mallum
In Sri Lanka werden die fein geschnittenen Blätter mit Kokosraspeln, Schalotten und Limette vermischt oder kurz in einer heißen Pfanne geschwenkt.
Grüner Saft
In Thailand, Vietnam, Kambodscha und Laos werden die Blätter zu Saft verarbeitet, mit Wasser verdünnt und leicht gesüßt.
Reisbrei
Sri Lankas kola kenda ist ein Reisbrei mit Kokosmilch und dem Saft grüner Blätter wie Gotu Kola.
Gegarte Gerichte
In Nordthailand kommen die Blätter in laap und gebratene Nudeln; in Myanmar werden sie auch frittiert oder in Suppen gegart.
Blattpulver
Getrocknete, fein vermahlene Blätter — das ganze Blatt, kein konzentrierter Extrakt.
Geschichte
Eine kurze Geschichte der Gotu Kola
Gotu Kola begegnet uns in einigen der ältesten Kräutertraditionen Asiens — und daneben in der alltäglichen Hausküche.
Vor etwa 3.000 Jahren
Indien
Die ayurvedische Tradition beschreibt die Pflanze unter dem Sanskritnamen mandukaparni, meist als „froschblättrig“ übersetzt. In Indien ist sie auch als Indischer Wassernabel bekannt.
Vor etwa 2.000 Jahren
China
Gotu Kola ist im Shennong Bencao Jing, dem klassischen chinesischen Arzneipflanzenwerk, unter dem Namen 积雪草 (jī xuě cǎo) verzeichnet.
1852
Mauritius
Der französische Arzt Boileau berichtete auf der Insel über die Verwendung der dort Bavilacqua genannten Pflanze zur Behandlung von Lepra.
1884–1941
In der europäischen Pharmazie
1884 wurde die Pflanze in den französischen Codex (Arzneibuch) aufgenommen; 1941 folgte der erste Trockenextrakt. Heute hat das getrocknete Kraut eine eigene Monografie im Europäischen Arzneibuch.
Heute
Ein alltägliches Blattgemüse
Gotu Kola wird in Sri Lanka und Südostasien weiterhin frisch gegessen. Im späten 20. Jahrhundert wurde Madagaskar zu einem führenden Lieferanten der getrockneten Pflanze für kommerzielle Zubereitungen.
Gotu Kola wächst in den Tropen und Subtropen wild; als Lebensmittel ist sie vor allem in Süd- und Südostasien bekannt. In Sri Lanka zählt sie zu den am häufigsten gegessenen grünen Blattgemüsen — fein geschnitten in Sambols, gegart als mallum, in kola kenda eingerührt oder zu Saft gepresst. In Malaysia heißt sie pegaga, in Indonesien pegagan und in Vietnam rau má. Dort werden die Blätter ebenfalls zu einem leicht gesüßten grünen Getränk verarbeitet.
Geschmack und kulinarische Traditionen
Gotu Kola: Geschmack und Verwendung
Gotu-Kola-Pulver schmeckt deutlich bitter, grasig und grün. Dieser Charakter bildet in Getränken und anderen Speisen einen Kontrast zu süßen Früchten und Zitrusaromen.
Bitter
Ausgeprägte Bitternote
Grasig
Eine frische grüne Note
Blattartig
Der Geschmack des ganzen Blattes
Fein vermahlene Gotu-Kola-Blätter: die Struktur des Pulvers aus dem ganzen Blatt.
Verwendungsmöglichkeiten
Fruchtsmoothies mit Banane oder Mango
Ein kleiner Shot mit Apfel- oder Orangensaft
Gekühltes Limetten-Honig-Getränk nach thailändischer Art
Joghurt oder über Nacht eingeweichte Haferflocken mit Obst
Frische Gotu-Kola-Blätter bestehen zu fast 88 % aus Wasser. Beim Trocknen geht der größte Teil davon verloren. Deshalb enthalten 100 g Pulver ein Mehrfaches der Nährstoffe von 100 g frischen Blättern. Das Pulver wird teelöffelweise verwendet; die Tabelle zeigt Mengen pro 100 g und pro 2 g — die obere vorgeschlagene Tagesmenge, etwa ein gestrichener Teelöffel.
Portionsgröße: 2 g (etwa ein gestrichener Teelöffel). Die NRV-Spalte bezieht sich auf diese Portion, nicht auf 100 g.
Ungefähre Nährstoffmengen — 2 g (etwa ein gestrichener Teelöffel)
Nährstoff
Pro 100 g Pulver
Pro 2 g (etwa ein gestrichener Teelöffel)
% NRV pro Portion
EiweißMakronährstoffe
~18 g
0,4 g
<1 %
BallaststoffeMakronährstoffe
~44 g
0,9 g
—
CalciumMineralstoffe
~1 280 mg
~26 mg
3 %
EisenMineralstoffe
~42 mg
~0,8 mg
6 %
KaliumMineralstoffe
~3 500 mg
~70 mg
4 %
PhosphorMineralstoffe
~240 mg
~5 mg
1 %
NRV — EU-Nährstoffbezugswerte für Erwachsene (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011); bei Eiweiß die Referenzmenge von 50 g.
Die Pulverwerte sind aus veröffentlichten Analysen frischer Blätter geschätzt (87,7 % Wasser; Chandrika & Kumara 2015, zusammengefasst von Shukurova et al. 2021). Sie wurden auf trockenes Pulver mit etwa 8 % Feuchtigkeit umgerechnet und gerundet. Der Faktor zur Wassergehaltskorrektur beträgt ungefähr 7,48.
Pflanzliches Eisen wird weniger gut aufgenommen als Eisen aus Fleisch. Vitamin C hilft — ein weiterer Grund für die Kombination mit Limette oder Obst. Frische Gotu Kola enthält selbst wenig Vitamin C; beim Trocknen sinkt der Gehalt weiter. Das Pulver sollte daher nicht als Vitamin-C-Quelle gerechnet werden.
Was die Zahlen bedeuten
Die beispielhafte Portion in dieser Tabelle liefert kleine Mengen an Mineralstoffen wie Eisen, Calcium und Kalium. Die Zahlen beschreiben den Nährstoffbeitrag, nicht eine empfohlene Tagesdosis.
Nährwert
Wertvolle Inhaltsstoffe der Gotu Kola
Neben Mineralstoffen und Ballaststoffen enthält Gotu Kola arttypische Pflanzenstoffe. Arzneibücher nutzen sie, um die getrocknete Pflanze zu identifizieren und ihre Qualität zu prüfen. Andere, etwa Flavonoide und Carotinoide, kommen auch in vielen weiteren grünen Lebensmitteln vor.
Triterpensaponine
Asiaticosid und Madecassosid — die charakteristischen Verbindungen der Pflanze. Saponine machen bis zu 8 % des getrockneten Krauts aus.
Triterpensäuren
Asiatsäure und Madecassinsäure, die Grundstrukturen dieser Saponine. Zusammen wird diese Stoffgruppe als Centelloide bezeichnet.
Flavonoide
Kaempferol, Quercetin und ihre Glykoside sowie Catechine — Pflanzenfarbstoffe.
Auch enthalten in: Tee, Äpfeln und Zwiebeln
Chlorogensäuren
Eine Familie phenolischer Verbindungen, die in Gotu Kola reichlich vorkommt.
Auch enthalten in: Kaffee und Artischocken
Carotinoide
Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandelt, und Lutein — gelbe Farbstoffe, die unter dem Grün des Blattgemüses verborgen liegen.
Ätherisches Öl
Etwa 0,1 % aromatische flüchtige Verbindungen, die zum frischen grünen Duft der Blätter beitragen.
Was Gotu Kola auszeichnet
Gotu Kola als alltägliches Blattgemüse
In Sri Lanka und Südostasien gehören Gotu-Kola-Blätter zu alltäglichen Mahlzeiten, Salaten und grünen Getränken. Getrocknetes Blattpulver bietet eine weitere Form dieser traditionellen Zutat.
Ein traditionelles Blattgemüse, das in Süd- und Südostasien seit Generationen gegessen wird.
Ganze vermahlene Blätter — ein Pulver in Lebensmittelform, kein Extrakt.
Ein unverwechselbar bitter-grüner Geschmack in Fruchtgetränken und anderen Speisen.
Von Natur aus koffeinfrei.
Verwendet in Smoothies, Säften und Joghurt.
Identität und Qualität sind im Europäischen und im Thailändischen Arzneibuch definiert.
Was die Forschung zeigt — und was nicht
Was die Forschung derzeit untersucht
Wir bevorzugen aktuelle, glaubwürdige Quellen und benennen klar, ob die Erkenntnisse aus Human-, Tier-, Labor- oder Übersichtsstudien stammen. Beide folgenden Studien berichteten positive Ergebnisse.
In einer 12-wöchigen Studie mit 112 Frauen mittleren Alters verringerte ein standardisierter Extrakt die Faltentiefe stärker als Placebo; Feuchtigkeit und Elastizität veränderten sich nur wenig. Untersucht wurde ein vom Hersteller bereitgestellter Extrakt, nicht gewöhnliches Blattpulver.
In einer kleinen zweimonatigen Studie mit 28 älteren Erwachsenen verbesserte die höchste Extraktdosis das Arbeitsgedächtnis. Die Teilnehmenden berichteten auch einige Stimmungsveränderungen. Das Ergebnis belegt keine Wirkung von Blattpulver.